UMWELTSCHUTZ

Der Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist geprägt vom Wissen um ihre Fragilität und Endlichkeit. Wir versuchen, die Böden nicht zu schädigen und Erosion und Verdichtung zu vermeiden.

Wasser wird künftig auch bei uns eine knappe Ressource werden. Wir bemühen uns um einen sparsamen Verbrauch und eine möglichst hohe und qualitativ gute Sickerwassermenge. Beregnungswasser wird sparsam eingesetzt. Die Düngung mit stickstoffhaltigen organischen Düngern und der Umbruch von stickstoffbindenden Leguminosen erfolgt in einer Weise, dass die Verlagerung von Nitrat mit dem Sickerwasser minimiert wird.

Wir sind überzeugt: Die Erhaltung der Biodiversität wird künftig weltweit eines der bedeutensten Themen sein. Am Rinderhof wird wollen wir zum Erhalt und zur Förderung der Vielfalt beitragen: wir streben eine Vielfalt von genutzten und ungenutzten Flächen an, eine Vielzahl von Wildpflanzen und -tieren, von Kulturarten und von Sorten bzw. Rassen.

Der Rinderhof hat viele naturnahe Flächen. Hecken, mehre Kilometer lang, enthalten alle hier standortstypischen Sträucher und Bäume - fast ein Arboretum! Grasstreifen und Raine werden nur einmal im Jahr gemäht und weisen deshalb eine vergleichsweise hohe Vielfalt auf. Blühstreifen entlang von Wegen bringen Farbe und Nahrungsangebot für die Tierwelt. Extensive Wiesen und vielfältige Wälder schließen sich an die Ackerflächen an. Eingebettet in unsere Landschaft sind fünf Weiher, die nicht genutzt werden und deshalb eine vielfältige Fauna aufweisen. Unmittelbar benachbart ist eine Kiesgrube, in der es Lebensräume für trockenheitsliebende und auf Störung angewiesene Arten gibt. Gelbbauchunke, Schleiereule, Kauz und Fledermäuse fühlen sich hier wohl. Entlang der Paar werden mehr als 30 ha Feuchtwiesen im Rahmen von Naturschutzprogrammen einmal jährlich gemäht und damit vor der Verbuschung bewahrt. Es ist ein erklärtes Betriebssziel, im Bereich der Biodiversität in den nächsten Jahren noch deutlich voranzukommen.

Wir streben an, dass durch unsere Bewirtschaftung eine hohe Agro-Biodiversität entsteht. Wir bauen als Kulturen Kleegras mit Weißklee, Rotklee, Luzerne und 5 Grasarten,  seit Jahren mehrere Getreidearten, Mais und einige Heilpflanzen mit einer sehr großen Zahl von Sorten (genetische Diversität): 8 Getreidesorten (2015) und mehrer als tausend Kartoffelaccessionen - davon über 10 in wirtschaftlich bedeutsamen Umfang. Die Bodenbearbeitung und die Regulierung der Wildkräuter in den Kulturpflanzenbeständen wird so durchgeführt, dass stets einige Individuen zur Vermehrung kommen und die Bodentiere möglichst geschont werden. Bei der Mahd des Kleegrases und der Wiesen und bei der Bodenbearbeitung wird darauf geachtet, Wildtiere (auch Regenwürmer) möglichst wenig zu stören.Die Feldränder und Grasraine werden nicht alle zur gleichen Zeit und in gleicher Weise "gepflegt", sondern abschnittsweise gemäht.

Den Tieren und Pflanzen auf unserem Hof erkennen wir einen Eigenwert zu. Deshalb sollen unsere Nutztiere möglichst wesensgerecht gehalten werden und die Nutzpflanzen dürfen arttypisch wachsen.