Kleegras - Futter für Tiere auf dem und in dem Boden

Der Kleegrasanbau ist das zentrale Fruchtfolgefeld im ökolgischen Landbau. Er bringt Blüten in den Betrieb - Rotklee, Luzerne, Weissklee, Kräuter. Es wird Nahrung für Tiere im Boden - z.B. Regenwürmer - und auf dem Boden erzeugt - der oberirdische Aufwuchs wird an die Rinder verfüttert. Die Leguminosen (Klearten und Luzerne) binden Stickstoff, den "Motor des Pflanzenwachstums", aus der Luft in den Boden ein und ermöglich damit den nachfolgenden Kulturen ein gutes und gesundes Wachstum. Besonders gute N-Bindeleistung - bis zu 350 kg N/ha/a  - kann die Luzerne bringen, die trockenheitsverträgliche "Königin der Futterpflanzen". Diese wird mit mehreren Grasarten - Knaulgras, Glatthafer, Wiesenschwingel und Lieschgras - besonders auf den zur Trockenheit neigenden Standorten angesät.

Seit 2009 werden Mischungen mit tetraploidem Rotklee und Welschem Weidelgras auf den "guten" Flächen angebaut. Die Erntemenge ist bei feuchter Witterung und in den ersten Schnitten sehr gut, bei Trockenheit im Sommer allerdings schwach. Seit August 2011 werden Mischungen zusammengestellt, die an die jeweiligen Standortverhältnisse auf dem Rinderhof angepaßt sind. Die Zumischung (additiv) von Winterroggen mit 30kg/ha Aussaatstärke trägt beim Schnitt im Herbst des Ansaatjahrs und besonders beim 1. Schnitt des Hauptnutzungsjahrs stark zum Ertrag bei. Ampfer wird sehr gut unterdrückt.

Bei Blühbeginn wird der Aufwuchs gemäht und geknickt, bleibt je nach Witterung 1/2 bis 1 Tag liegen, wird  gehächselt, ins Flachsilo gebracht und dort mindestens 2 Monate lang milchsauer - wie Sauerkraut - vergoren.  Diese Silage wird im Winter an die Rinder verfüttert.

Das Klee-Gras wird (üblicherweise) im Winter nach dem Hauptnutzungsjahr umgepflügt (überjährige Nutzung). Danach werden Kartoffeln angebaut. Unter Fachleuten wird dieser späte Umbruch - nur wenige Monate vor dem Pflanzen der Kartoffeln - teilweise kritisch gesehen, da die unverrottete organische Substanz zu einem erhöhten Befall mit Rhizoctonia solani führen kann. Bei den leichten Böden am Rinderhof, wo das aus der Verrottung von organischer Substanz freigesetzte Nitrat sehr schnell in tiefe Bodenschichten ausgewaschen würde, sehen wir einen vegetationsnahen Umbruch als günstig an. Nur so kann der Stickstoff für die Kartoffeln erhalten und erhöhte Nitratmengen im Sickerwasser - und damit langfristig im Grundwasser - vermieden werden.