Kleegras - Futter für Tiere auf und in dem Boden
Der Kleegrasanbau ist das zentrale Fruchtfolgefeld im ökolgischen Landbau. Es wird Nahrung für Tiere im Boden - z.B. Regenwürmer - und auf dem Boden - der oberirdische Aufwuchs wird an die Rinder verfütttert - erzeugt, die Leguminosen (Klearten und Luzerne) binden Stickstoff, den "Motor des Pflanzenwachstums", in den Boden ein und ermöglich damit den nachfolgenden Kulturen ein gutes und gesundes Wachstum. Besonders gute N-Bindeleistung - bis zu 350 kg N/ha/a - kann die Luzerne bringen, die trockenheitsverträgliche "Königin der Futterpflanzen". Diese wird mit mehreren Grasarten - Knaulgras, Glatthafer, Wiesenschwingel und Lieschgras - auf den besonders zur Trockenheit neigenden Standorten angesät. Seit 2011 ist Rohrschwingel in der Mischung.
Seit 2009 wird eine Mischung aus tetraploidem Rotklee, Welschem Weidelgras und Bastardweidelgras (Bioland RKGGü 55) auf den "guten" Flächen angebaut. Die Erntemenge ist bei feuchter Witterung und in den ersten Schnitten sehr gut, bei Trockenheit im Sommer allerdings schwach. Im August 2011 wurde eine Mischung extra für den Rinderhof zusammengestellt: die leistungsfähigste tetraploide Rotkleesorte wird mit den Luzernesorten Plato und Giulia kombiniert, Bastardweidelgras und Schweidel werden die ertragsstarken Gräser bei guter Wasserversorgung, spätes Knaulgras und Rohrschwingel bei trockenen Bedingungen sein. Die Mischung wird ergänzt um Kräuter wie Wiesenkümmel. Winterroggen mit 30kg/ha Aussaatstärke brachte beim Schnitt im Oktober 2011 zusätzlich Masse, wird aber besonders beim 1. Schnitt im Frühjahr starek zum Ertrag beitragen und dann fast vollständig verschwinden.
Bei Blühbeginn wird der Aufwuchs gemäht und geknickt, bleibt je nach Witterung 1/2 bis 1 Tag liegen, wird gehächselt, ins Flachsilo gebracht und dort mindestens 2 Monate lang milchsauer - wie Sauerkraut - vergoren. Diese Silage wird im Winter an die Rinder verfüttert.
Das Klee-Gras wird (üblicherweise) im Winter nach dem Hauptnutzungsjahr umgepflügt (überjährige Nutzung). Danach werden Kartoffeln angebaut. Unter Fachleuten wird dieser späte Umbruch - nur wenige Monate vor dem Pflanzen der Kartoffeln - teilweise kritisch gesehen, da die unverrottete organische Substanz zu einem erhöhten Befall mit Rhizoctonia solani führen kann. Bei den leichten Böden am Rinderhof, wo das aus der Verrottung von organischer Substanz freigesetzte Nitrat sehr schnell in tiefe Bodenschichten ausgewaschen würde, sehen wir einen vegetationsnahen Umbruch als günstig an. Nur so kann der Stickstoff für die Kartoffeln erhalten und erhöhte Nitratmengen im Sickerwasser - und damit langfristig im Grundwasser - vermieden werden. Auf Flächen mit speziellen Herausforderungen wzB. Ackerkratzdisteln, bleibt das Kleegras auch mehrere Jahre stehen.
![]() |
|||
| Silageernte auf dem Hoffeld, mit über 20 ha unser grösster Acker | Wurzelbild der Mischung NF3, die am Rinderhof auf schwächeren Standorten angebaut wird, nach Michaela Braun (2009): http://orgprints.org/16204/1/Braun-et-al_2009_Vergleich_Kleegrasmischungen.pdf |