Getreide und Körnerleguminosen - Saatgut für Biobauern

    Am Rinderhof werden Getreide und Körnerleguminosen zur Saatgutgewinnung oder zur Ernte im grünen Zustand (Roggen-Ganzpflanzen-Silage) angebaut. Es wird derzeit kein Getreide gezielt für zu Konsumzwecke angebaut.
   

Winterroggen Dukato zur Saatgutgewinnung wurde zur Ernte 2011 und wird auch 2012 auf dem Partnerbetrieb Ökoland Kainz GbR stehen. 2012 wird zudem die alte, auswuchsfeste Sorte Amilo am Rinderhof vermehrt.

   

Schon seit 2005 wird die mehrzeilige Wintergersten - Sorte Fridericus zur Saatgutgewinnung angebaut. Fridericus ist resistent gegen Gelbmosaikvirus, frühreif, sehr winterhart, bei mittlerer Halmlänge standfest, mit guter Strohstabilität und geringer Anfälligkeit gegen Netzflecken und Rynchosporium. 2011 kam die neue Sorte Semper hinzu. Sie hat gegenüber Fridericus Vorteile beim Mehltaubefall, in der Standfestigkeit und im Rohwarenertrag. Beide Sorten werden auch zur Ernte 2012 vermehrt.

   

Auf Flächen mit besseren Böden wird seit 2005/06 Winterweizen zur Saatgutproduktion angebaut. Bisher haben wir Astardo, Ludwig, Romanus, Akratos, Wiwa, Scaro und Naturastar vermehrt. Im Erntejahr 2012 steht voraussichtlich von folgenden Winterweizensorten Saatgut aus unserer Erzeugung zur Verfügung:

  Naturastar (Schweiger) WiWa (Kunz, Schweiz) Scaro (Kunz, Schweiz) Florian (Saatennunion) Aszita (Kunz, Schweiz) Herrman (Limagrain)
Qualität A, im Ökolandbau oft Qualität wie E (E), TOP-Qualitätsweizen (E), TOP-Qualitätsweizen E 9 in der Schweiz in TOP eingestuft C, Futterweizen, als Brauweizen geeignet
Pflanzenlänge lang mittel-lang mittel (-lang) mittel-kurz lang mittel
Standfestigkeit mittel mittel mittel-gut sehr gut schwach gut
Gesundheit gut sehr gut, vor allem in der Ähre sehr gut mittel, Schwäche DTR gut gut, Schwäche Gelbrost
Kornertrag gut mittel mittel-gut gut auf schwachen Standorten gut sehr gut

 

für den Ökolandbau selektiert, mit besonders guter Jugendentwicklung und Unkrautunterdrückung, kleinkörnig

aus der Züchtung von Peter Kunz, Schweiz: auffallend blattgesund, hohe Fallzahl und sehr gute Fallzahlstabilität (2010!), hoher Klebergehalt und gute Kleberqualität, hohes Hektolitergewicht, insgesamt sehr gute Qualität

im Vergleich zu Wiwa: etwas kürzer und standfester, besserer Ertrag und etwas schächere Qualität

neue Züchtung der Nordsaat mit sehr guten Qualitäts-ergebnissen am Standort Rinderhof. Gute Fallzahlstabilität, hohe Eiweissgehalte und Volumenausbeute

aus der Züchtung von Peter Kunz, Schweiz: gesund, sehr hoher Klebergehalt bei schwacher Kleberqualität, bes. als Aufmischweizen für Sorten mit strengen Teigen (z.B. Capo) geeignet

 

  Wegen der Kleinkörnigkeit von Naturastar kommen sie mit geringen Saatmengen aus!  

 

blieb am Rinderhof 2011 kurz, wohl eher für intensivere Weizenstandorte geeignet.

begrannt mit schöner Ähre, für hofnahe Spatzen-Standorte, für Weizen-Grenz-Standorte, lagfert bei sehr guter N-Versorgung  

Von 2007 bis 2010 wurde ein Versuch mit 18 Qualitäts-Winterweizensorten und 12 Sortenmischungen angelegt. Hauptziel des Versuchs war es zu prüfen, welche Sorte bzw. Mischung an einem für Weizen schwachen Standort die geforderten Backqualitäten liefert und ob mit Mischungen ein sog. Aufmischeffekt zu erzielen ist. Der Versuch wurde von der FH Weihenstephan, Prof. Dr. Ebertseder, wissenschaftlich betreut. Derzeit werden umfangreiche Untersuchungen zur Mehlqaulität und Backfähigkeit der Einzelsorten und Mischungen am Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie der TUM, Arbeitsgruppe Getreideverfahrenstechnik, durchgeführt. Die abschließenden Ergebnisse werden auf Tagungen und in den Fachzeitschriften veröffentlicht.

Im Erntejahr 2010 wurde die Winterdinkelsorte Ebners Rotkorn vermehrt.

2009 wurde der Anbau von Erbsen zur Saatgutgewinnung wieder aufgenommen. In 2010 wurde Rocket auf ca. 4,5 ha vermehrt, 2011 wurde die neue, sehr ertragreiche Sorte Alvesta vermehrt. Sie steht derzeit zur Anerkennung an.

Ab der Ernte 2011 sind wir in der Lage, das Saatgut selbst aufzubereiten. Dazu wurde eine "Saatguthalle" gebaut und mit einer Saatgutreinigung (Entgranner, Doppelsiebmaschine, 2 Trieure) ausgestattet. Die Lagerung des Rohgetreides erfolgt in Flachlager-Boxen (je ca. 25 t), nach der Aufbereitung wird das Saatgetreide in Getreide-Belüftungs-Kisten (je ca. 1,4 bis 1,5t) gefüllt, beprobt und nach erfolgreicher Saatenanerkennung in Säcke abgefüllt und vermarktet. Speziell angerichtet sind wir für die Abpackung in 1 t BigBags.