Biofumigation - der natürliche Weg zur Reduzierung von Schaderregern

"Als Biofumigation wird in der Landwirtschaft eine Methode bezeichnet, um Nematoden und Pilzbefall von Nutzpflanzen zu reduzieren. Dies wird erreicht, indem bestimmte Pflanzenarten als Zwischenfrucht und zur Gründüngung angebaut werden, die in ihren Zellen Stoffe enthalten, die beim Unterarbeiten der Pflanzen in den Boden dort Krankheitserreger reduzieren." (http://de.wikipedia.org/wiki/Biofumigation, Aufruf am 13.02.2011) Früher nannte man das "antiphytopathogenes Potential".

Am 18. August 2009 wurden nach einer Stallmistdüngung verschiedene Sorten von Gelbsenf (Sinapis alba), Sareptasenf (Brassica juncea (L.)), Ölrettich (Rhaphanus sativus (L.)) sowohl als Einzelkomponenten als auch in Mischungen angebaut. Sie wurden am 9. Oktober bei Blühbeginn fein gehächselt (gemulcht) und sofort in den Boden eingemischt (siehe Bilder). Die Glucosinolate - besonders hohe Gehalte hat der Sareptasenf - werden durch das Enzym Myrinase - kommt vor allem im Gelbsenf vor - zu flüchtigen Isothiocyanaten umgesetzt. Diese sollen Schadpilze im Boden - wie Rhizoctonia solani - reduzieren. Nach einigen Tagen ist der Effekt abgeklungen und es könnte gesät oder gepflanzt werden.

Die Saatenunion hat uns mit Saatgut für diesen Streifenversuch unterstützt. Auf diesem 3,4 ha großen Acker wurden 2010 Kartoffeln angepflanzt und der Effekt der verschiedenen Gemenge beobachtet. Die Qualität der Kartoffeln war nach Biofumigationsgemengen offensichtlich besser, Rhizoctonia solani trat nicht auf.